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Sonstige Festivals: Dong Open Air 2006 - Dong of the dead

Veröffentlicht am Samstag 22 Juli 2006 18:22:36 von madrebel
phpnuke.gifAm 14. und 15. Juli luden die Anhänger des Walismus wieder zum Bergsteigen und Musikhören ein. Oder anders gesagt: Es fand einmal wieder das Dong Open Air statt. Auch dieses Jahr lockte man wieder mit vier mittelgroßen Headlinern und einem großen Supportprogramm von lokalen Bands.










Dong Open Air 2006 - Dong of the dead
(PlanetHeavyMetal)

Nachdem der Dongberg dreimal bestiegen, und damit mehr Sport als im ganzen Jahr zusammen getrieben und die ersten drei Bier getrunken waren, zog es dann auch mich, trotz viel zu warmem Wetters, richtung Bühne.
Zwar hatte ich die ersten beiden Bands verpasst, obwohl ich mir vorgenommen hatte MOTORJESUS zu sehen, aber es gab ja immer noch eine Menge Programm.

CONTRADICTION, die dritte Band des Tages, wurden also zu meiner ersten des Festivals. Die Wuppertaler Thrash-Urgesteine lieferten auch ein fantastisches Set ab. Die sehr groovige Musik des Vierers schien auch den Rest des knapp halb gefüllten Zeltes in Stimmung zu versetzen. Vitalität erlangte die Show vor allem aber durch den Ersatzbassmann des Quartetts, welcher sich nicht nur damit zufrieden gab die Bühne auf und ab zuspringen, sondern sich auch für eine kleine Runde durch das Publikum entschied. Fazit: Super Einstand ins Festival. CONTRADICTION rockten hart ohne aber Publikumsarbeit vermissen zu lassen.

Weiter im Programm ging es mit MYSTIC PROPHECY. Das die Powermetaller so früh spielten wunderte mich zwar etwas, immerhin durften sie den Samstag am diesjährigen RockHard Festival eröffnen, war aber, wenn man objektiv urteilt, berechtigt war. Was dieser Band fehlt ist eindeutig das Karma. Sowohl Songmaterial als auch Show waren durchaus solide, dennoch fehlte das altbekannte, gewisse Etwas. Das Set mit dem MANOWAR Cover „Fighting the world“ zu beenden war sicherlich eine gute Idee. Zwar ist die Version des Vierers keinesfalls dem Original würdig, doch verließen sie die Bühne immerhin mit einer feiernden Masse im Rücken.

Den Melodeathern von COMMANDER schenkte ich nur kurz meine Aufmerksamkeit. Solides Songmaterial, solide Bühnenshow, aber nun einmal nicht mein Fall.

Während HIDDEN IN THE FOG habe ich mir dann eine Pause gegönnt um pünktlich und etwas gestärkt wieder bei TURISAS zu erscheinen.
Die Band, welche bedauernswerter Weise ohne Georg Laakso, welcher in der Zwischenzeit die Band endgültig verlassen hat, auftreten musste, brachte das DOA das erste Mal zum hüpfen. Vor ca. 2/3 der angereisten Metalheads spielte die Combo neben zahlreichen eigenen Songs auch die deutsche Nationalhymne (was wohl letztes Jahr noch unmöglich gewesen wäre), die Europahymne und „Those were the days“.
Den ganzen Gig über tobte, hüpfte und tanzte die Menge und verwandelte das Zelt somit in einen riesigen Glutofen. Meiner Meinung nach der beste Gig des Freitags, bei dem mir jede weitere Beschreibung unnötig scheint.

Headliner, und somit letzte Band des Freitags, waren SAVAGE CIRCUS. Bei dieser Band kritisiere ich ähnliche Dinge wie auch bei MYSTIC PROPHECY. Es mangelt ein wenig an dem letzten Tröpfchen Kreativität die das Songmaterial von solidem zu gutem Metal machen würde. Gegen die Bühnenperformance des multinationalen Vierers lässt sich jedoch kein negatives Wort richten. Die Jungs rockten massiv und Publikumsnah das volle Zelt. Leider ließ meine Erschöpfung es nicht zu den Gig bis zum Ende zu verfolgen.

Und früh auf hieß es dann auch am Samstag. Denn die sicherlich freakigste Band des gesamten Hard n Heavy war geladen einen weiteren heißen Tag zu eröffnen. Die GRAIL KNIGHTS kamen und ein grossteil des DOA folgte. Ich wage nur zu schätzen, aber ich denke, dass ca. 150 Metalheads mehr das abgedrehte Quartett sahen als SAVAGE CIRCUS. Aber wann kommt es denn auch schon einmal vor, dass vier Superhelden an einem Ort sind und dann auch noch eine Heavy Metal Band gründen. Über die Genre Einordnung ‚Powermetal’ muss man zwar schmunzeln, wie auch über viele andere Genreeinteilungen die das DOA-Team wählte, aber Spaß machte der Gig alle mal. Musikalisch sind die GRAIL KNIGHTS mit ihren 08/15 Riffs und dem unterdurchschnittlichen Gesang sicherlich nicht erwähnenswert, aber was das Überziehen von Klischees und die konsequente Einhaltung eines Showkonzepts angeht, so können die sehr alternativ gekleideten Herren MANOWAR sicherlich das Wasser reichen. Ein großartiger Start in den Tag also.

Weiter ging die Reise mit GUN BARREL. Die Band gehört mit Sicherheit noch zu denen, welche die guten Zeiten des Rock n Roll schätzen. Mit ihrer Mischung aus Heavy Rock und Heavy Metal im MOTÖRHEAD Härtespektrum zog die Band erwartungsgemäß nur kleine Teile des jungen Publikums vor die Bühne. Jene welche jedoch anwesend waren feierten mit der Band allerdings eine Party wie man sie sich wünschen kann. Performance top, Songmaterial Top, Laune Top. So muss Rock n Roll sein.

Mit NEGATOR gab es dann harte Musik mit Gütesiegel. Den Herren ist sicherlich nicht viel Schlechtes zu unterstellen, allerdings trifft auch diese nicht mein Geschmack. Mit den LORDS OF DECADENCE verhält sich ähnlich wie mit ihren Vorgänger, obwohl ich dem Vierer auch noch einen gewissen Langeweile Faktor unterstellen will.

OSYRIS gestalteten sich als wunderbares Beispiel für das allgemeine Problem sämtlicher Powermetalbands, die dieses Jahr den Dongberg erklungen hatten. Solides Material aber der Funken, der zur Begeisterung führt, der fehlte auch in den Songs. Wunderbare Musik um in Hörweite in der Sonne zu liegen, jedoch nicht reizvoll genug um mich in die vorderen Reihen zu zwingen.

Eine allgemeine Spannung entwickelte sich daraufhin in Erwartung von GUERILLIA. Unter der Genre „Frauenfeindlicher Girliemetal“ war die Band angesagt. Recht alternatives Gebolze mit schwachen Vocals und unkreatives Riffs war jedoch was wir letztendlich zu hören bekamen. Meiner Meinung nach der Tiefpunkt des Festivals.

Nach dieser Erfahrung nahm ich mir eine Auszeit bis zum Abend, hab mir aber aus zuverlässiger Quelle mitteilen lassen, das auch DRAGONLAND dem von mir angesprochenen Problem von OSYRIS zum Opfer fiel.

Um einen guten Platz für die Reiter zu bekommen kämpft ich mich schon während der letzten drei ROTTING CHRIST Songs nach vorne. Ein Glück für mich. Die Band überraschte mich vollkommen. Aggressives Set, aggressive Performance. Endlich stimmte wieder das Surrounding. Doch an drei Songs soll man keinen Gig bemessen...

Und dann war es soweit. Nach einer viel zu langen Umbaupause, welche mit einem Hörspiel anstatt mit Musik begleitet wurde (wer kam eigentlich auf die Idee?) begaben sich die vier, äh, fünf Reiter der Apokalypse endlich auf die Bühne um von einem tosenden Mob begrüßt zu werden. Daraufhin folgte eine Show, die besser niemals geendet wäre. Die Reiter gaben alles, das Publikum gab alles. Musikalisch wurde ein guter Querschnitt durch die gesamte Diskographie mitsamt Vorstellung des neuen Materials geboten. Auch wurde auf der Bühne gut gezüchtigt und eine offensichtlich gerührte junge Dame herausgebeten um sich ein Geburtstagständchen aus 1500 Kehlen anzuhören.
Da der apokalyptische Fünfer eigentlich musikalisch fast alles verwurstet was Hard n Heavy zu nennen ist war auch die Stimmung im Publikum sehr wechselhaft. Zu sehen gab es neben Headbangen und Pogen auch Feuerzeuge, Tanz und zahlreiche Hüpfeinlagen die den Boden des Zeltes in ein riesiges Trampolin verwandelten.
Beendet wurde der Gig durch zwei Zugabenblöcke. Der erste enthielt die Songs „Ghostriders in the sky“ und „Dschinghis Khan“ was wiederum zu einigen Tanzeinlagen führte, der zweite aus bestand aus „Unter der Asche“.
Nach Minutenlangen Beifallsrufen leerte sich dann das Zelt. Der verbliebene Rest sang noch mit einem merklichst angetrunkenen Team altbekanntes Liedgut.

Fazit: Das Dong Open Air bleibt definitiv ein fester Bestandteil in meinem Terminkalender. Für den Typ Metaller der sich nur über ihm bekannte Bands freut ist dieses Festival sicherlich vollkommen falsch, für Leute die Atmosphäre lieben und gerne neue Bands kennen lernen aber sicherlich Anlaufstelle Nummer eins!

JoS


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