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Interview: Im Gespräch mit Michael Monroe von Hanoi Rocks !!!

Veröffentlicht am Sonntag 06 November 2005 13:48:10 von madrebel
phpnuke.gifMichael Monroe ist wohl eine der schillerndsten Gestalten der Glamrockszene und hat als solcher auch eine ganze Menge zu erzählen.
Wir hatten die Chance auf ein Interview und dankenswerterweise hat die Nina vom Metalstorm.de-Magazin(denen wir herzlich danken wollen dafür !), sich ein wenig Zeit genommen und sich mit ihm unterhalten. Das Ergebnis könnt ihr hier lesen.

In Kürze könnt ihr dann auch bei den Kollegen von Metalstorm.de ein weiteres Interview mit Michael Monroe lesen. Schaut mal vorbei.
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Nina :
Okay, lass uns mit eurem neuen Album beginnen. Bist du damit zufrieden?

Michael Monroe:
Ja, ich bin ziemlich zufrieden damit. Ich halte es für ein gutes Stück Arbeit und es war so, dass die Band erst am Ende der Aufnahmen zusammenkam. Davor waren es nur wir drei, ich und Andy, Andy McCoy und der Schlagzeuger. Gegen Ende kam Conny Bloom hinzu, der arbeitete mit daran, er kam rüber nach Helsinki und wir spielten zusammen und ja, die Band ist ziemlich aufregend für mich. Wir spielen live mit Conny Bloom, unserem anderen Gitarristen, und A.C. am Bass und die Chemie stimmt wirklich. Die Band ist stärker als je zuvor. Und wir werden in nächster Zeit viel live spielen. Ich würde sagen, es ist ein gutes Album und wir haben ein paar experimentelle Sachen drauf.

Gibt es neue Einflüsse auf die Musik und die Band?

Ja, da gibts einige experimentelle Sachen. „The devil in you“ zum Beispiel ist etwas, was wir noch nie zuvor gemacht haben. „The devil in you“ war nur ein Experiment, auch “Reggae rocker” ist was Neues. Viele Leute scheinen nicht zu verstehen, dass das nur just for fun war. Und wir haben was zusammen mit einer Band namens Beats and Styles geschrieben. Das ist so ne Art Dance/Reggae/Hip-Hop/Funk Zeug. Und es gab kürzlich eine Zusammenarbeit mit den Jungs von Bomfunk MCs, kennst du die?

Jap.

Wir haben also mit Bomfunk MCs zusammen an einem Song namens “Dynamite” gearbeitet. Andy und ich, wir haben sogar im Studio mit ihnen (Beats and Styles) einen Song, „Renegades“, aufgenommen. Andy und ich landeten am Ende in ihrem Video und das Lied erschien auf ihrem letzten Album. Schau dir einfach mal das „Renegades“-Video und ihre Website an, die Adresse lautet www.beatsandstyles.com

Ich schau es mir an.

Ja, mach das, das ist ziemlich cooler Crossover. Wir sind immer noch eine Hardrock Band und das werden wir auch nie ändern. Wir haben einige Tracks, die......... also wenn „Devil in you“ das erste Lied ist, dass du von HANOI ROCKS hörst, wird das irreführend sein, weil wir eigentlich eine Hardrock Band sind.

Bands wie zum Beispiel Mötley Crüe und Skid Row versuchen durch Alternative Rock und Grunge Einflüsse moderner zu klingen, aber ihr bleibt größtenteils beim Oldschool Sound. Habt ihr nie darüber nachgedacht moderner zu werden, vielleicht um mehr Leute zu erreichen?

Nein. Wir bleiben bei unserem Stil, wir haben das immer gemacht und wir werden es nicht ändern. Wir haben all die Jahre kompromisslos unser Ding durchgezogen und werden nicht anfangen Ausverkauf zu betreiben. Wir hatten das nie nötig und wenn du es wegen dem Geld machst, machst du es eh aus den falschen Gründen. Uns geht es nicht darum, mehr Geld zu verdienen. Wenn wir uns hätten verkaufen wollen, dann hätten wir es schon vor Jahren gemacht. Das Wichtigste an HANOI ROCKS ist die Integrität. Und wir wollen immer unsere Integrität behalten.

Hast du ein Lieblingslied auf dem Album?

Auf dem neuen? Ich mag sie alle, aber besonders „You make the earth move“. Und ich mag „In your face“, ich mag „Hurt“, „No compromise, no regrets“, „Better high“ gehört zu meinen Favoriten….

Also einige… Habt ihr die neuen Songs schon live gespielt?

Wir haben „In your face“, „Love“, “Eternal optimist”, “You make the earth move” gespielt. “Better high”, “In your face” and “You make the earth move” standen bei den letzten Gigs immer auf der Setlist. In Japan haben wir “Better high” und “Love” und „Eternal optimist“ und „Back in your face“ gespielt und auch „No compromise, no regrets“ und “You make the earth move”, “Better high”, “Center of the universe”, also eigentlich so gut wie alle Songs des Albums.

Werdet ihr in Deutschland touren?

Ja, sobald das Album draußen ist, werden wir uns um die Tour kümmern. Ich schätze im nächsten Jahr...

Warum hat das mit der Veröffentlichung außerhalb von Finnland und Japan so lange gedauert?

Wir hatten einen Deal mit einem UK Label, welches es zurückbehalten hat. Das Label hätte es gleichzeitig mit Finnland und Japan überall in Europa veröffentlichen sollen, aber es gab ein finanzielles Problem oder was auch immer und so haben die es einfach zurückbehalten. Deshalb kam es erst nur in Finnland und Japan raus. Wir versuchten einen Deal zu finden, der besser für uns war. Deswegen ging es so lange; ein anderen Label finden und so weiter.

Warum habt ihr den Wacken Auftritt abgesagt?

Wacken war unglücklicherweise.... eigentlich wollten wir wirklich dort sein, aber die Sache war.... Wacken wurde gebucht und wir hatten zugestimmt als Special Guest für Alice Cooper in Finnland in einer Stadt namens Tampa aufzutreten. Im Grunde hatten wir mehrere Schwierigkeiten. Wir hätten keinen Flug bekommen, der uns pünktlich zu Alice Cooper bringt, also mussten wir Wacken leider streichen, es wäre Alice Cooper gegenüber nicht fair gewesen, da er uns vor Wacken gebucht hatte. So ist es abgelaufen. Aber wir haben auf dem Bang Your Head gespielt.

Ja, das ist meine nächste Frage. Zuerst möchte ich mich aber für das Publikum entschuldigen. Die Reaktionen waren mitunter wirklich beschissen. Meine Freunde und ich, wir sind fast ausgeflippt, als wir gehört haben, dass ihr der Special Guest seid und wir hatten Spaß bei eurem Auftritt.
Was habt ihr auf der Bühne gefühlt und wie denkt ihr heute darüber?

Wir wussten nicht, was uns erwartet. Ich finde, es war eine gute Probe für die Band vor einem Publikum zu spielen, das größtenteils noch nie was von uns gehört hatte. 95%, nein, 99% der Leute trugen Lederjacke, Jeans und T-Shirt, ich fands ziemlich amüsant. Es gab ein paar Spannungen und machen dachten wohl „Fuck this!“. Uns war das egal, wir waren auf nem viel schlimmeren Festival, damals 1983, wo die Leute uns ununterbrochen mit allem beworfen haben, was ihnen zwischen die Finger kam, aber wir haben einfach bis zum Ende weitergespielt. Da in Deutschland hatten wir wirklich Spaß und am Ende, ich hab keine Feindschaft gespürt, es war alles nur ein bisschen verrückt. Wir wussten halt nicht, was da auf uns zukommt, wenn wir so [wie wir aussehen] auftreten... alles kann passieren. Und wird es wahrscheinlich auch [lacht]. Ich machte Witze und meinte „Sorry, hab meine Lederjacke, mein T-Shirt und die Jeans vergessen und muss das hier jetzt tragen.“ Ich fand es ganz unterhaltsam. Und hinter der Bühne war ne gute Stimmung, mit Sebastian, Dude, verstehst du, Duuuude [lacht] und Dee Snider kam vorbei um „Hi“ zu sagen.
Na ja, der Organisation haben auch ein paar Informationen gefehlt über Dinge, die wir auf der Bühne brauchen... Jedenfalls rockten wir und es war ne gute Show.

Jap, ihr seid gut gewesen!

Danke!

Gibt es in Finnland immer noch so etwas wie eine Hair Metal Szene?

Ich hab uns nie als einen Teil davon gesehen. Diese ganze L.A. Szene... Ich bin der Meinung, dass HANOI ROCKS nicht damit in Verbindung gebracht werden sollten. Die dort haben Teile unseres Images übernommen; die Frisur, das Make-up und so, aber ich finde, dass sie das Ziel verfehlt haben.
Beim Rock n Roll geht es nicht darum, ein Idiot zu sein und Chicks, Drogen, Partys und schnelle Autos zu haben. Da sollte mehr sein als ein Dummkopf und Rockstar zu sein. Ich sage gern mehr als Oberflächliches, wir waren nicht so. Wenn man das aus heutiger Sicht betrachtet, wirken diese Bands fast komisch.
Wenn also Leute zu mir kommen und sagen, wir hätten die Glam-Szene begründet, antworte ich immer „Hey, gib mir nicht die Schuld dafür!“ Es ist verrückt, wir wollten einfach nur eine Rock n Roll Band sein. Ich bin in der Zeit von Slade, Mott the Hoople, den Faces und den Sweet aufgewachsen. Und Alice Cooper war einer meiner größten Einflüsse. Und es gab die [New York] Dolls und Johnny Thunders und wir waren mehr so... wir hatten eine Punkeinstellung.... Punk hatte großen Einfluss auf uns und 60er Jahre Rock n Roll. Little Richard, der war ziemlich glamourös, er war der erste, der Make-up und schrille Klamotten und so was trug. Wenn du damals aufgewachsen bist, wolltest du keine große Show aufziehen, du wolltest einfach nur dastehen mit deinen fettigen Haaren und dreckigen Jeans uns es ging mehr darum die Leute zu unterhalten. Ich würde uns also wirklich nicht zu sehr mit diesen Hair Metal Bands in Verbindung bringen.

Gut, ich werd es mir merken!

Ja, das würde ich wirklich schätzen.

Gut! Kommen immer noch viele Leute zu euren Shows?

Ja! Besonders jetzt, da die Band live so stark ist. Dieser Auftritt da auf dem Bang Your Head... wir hatten monatelang nicht gespielt, aber jetzt sind wir auf Tour gewesen und die Band ist jetzt so viel stärker. Wir sind durch Finnland getourt und gehen nächsten Monat nach Schweden. Die Band ist wirklich besser als je zuvor. Es ist also wirklich eine gute Sache zur Zeit. Wir sind glücklich darüber zu sehen, dass so viele Leute die Band mögen und ich habe das Gefühl, dass wir von mal zu mal größer werden. Immer mehr Leute entdecken uns jetzt. Es ist ein Neuanfang.

Hoffentlich! Und sind dort eher jüngere oder eher ältere Leute?

Das ist es ja. Wir hatten eine Show ohne Altersbegrenzung im Tavastia Club in Helsinki. Wir traten an zwei Abenden auf, Freitag und Samstag, damit auch die Kids uns sehen konnten. Und kein Alkohol wurde ausgeschenkt. Das war die beste Show unserer Tour, die Kids waren so... Da war eine neue Generation, die Kids waren so jung. Es kommen immer mehr Leute und dort haben sie sogar vor dem Club gecampt in der Nacht davor, nur damit sie ganz vor an den Bühnenrand kamen, da war eine richtige Deponie vor dem Club. Die haben dort übernachtet und gewartet und es war eisig kalt. Das war wirklich eine ganz großartige Show. Und ich freue mich wirklich zu sehen, dass es eine neue Generation in Finnland gibt.

In Deutschland gibt es nur wenige, die diese Art von Musik noch hören, aber in Skandinavien scheint es eine ganze Szene zu haben, zum Beispiel Crashdiet und andere Bands. Magst du diese und seid ihr mit diesen befreundet?

Ich kenne Crashdiet nicht…

Die sind aus Schweden...

Eine schwedische Band?

Ja.

Vielleicht hab ich den Namen schon mal gehört… Aber es gibt die Hellacopters, mit denen sind wir befreundet und die sind auch wirklich eine coole Band. Wir werden mit denen eine Doppelheadliner Show in Schweden irgendwann im Dezember machen. Und dann sind da noch die Backyard Babies und....... wie hießen die noch mal...? Hardcore Superstar! Ich hab mit denen was im Studio gemacht.
Aber die Musik von der Band, die du genannt hast, habe ich noch nicht gehört. Wie hießen die noch mal?

Crashdiet

Crashdiet, okay… Werd mal gucken... Ja, aber ich mag auch neues Zeug. Kennst du „Vertigo“ von U2? Das ist ein brillantes Lied. Und ein großartiges Video, mal was anderes im Fernsehen. Und die haben noch nie so abgerockt und das war echt nur noch „wow!“. Wir haben das Lied sogar mal mitten in einem anderen Song bei einem Gig gejammt. Wir machen so Jamming, damit es interessant bleibt. Am Anfang der Tour wollten wir sogar auf eine Setlist verzichten, aber es ist ziemlich schwierig sich auf der Bühne zu hören und so würde dann jeder einen anderen Song spielen und wir wollten nicht umher wandern und fragen „Hey, was kommt als nächstes dran?“
Ich weiß nicht... Ständig kommen Leute zu mir und erzählen, dass die skandinavische Rockszene zurückkommt und dass sie durch uns entstanden ist, aber wir haben nur unser Ding gemacht. Wir wollten nie ein Teil von etwas sein. Eines Tages werden wir vielleicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und in eine Szene geraten und gut... das wäre cool, aber alles zu seiner Zeit. Ich denke, sobald es einen Namen für etwas gibt, versuchen die Plattenfirmen weitere Bands zu kreieren, wie damals beim Grunge. Sobald es einen Namen wie zum Beispiel Grunge oder Punk hat, dann ist es vorbei
Ich bin der Meinung, dass Bands individueller sein und mehr Persönlichkeit haben sollten, so wie es in den 60ern und 70ern war. Der Plattenfirma ging es mehr um die Musik, die A&R Leute brachten sich mehr mit ein und heute geht es nur noch ums Geschäft. Es gibt mehr Business im Musikbusiness und es geht nur noch um Verträge und den ganzen rechtlichen Mist, um Dinge, die gar nichts mit Musik zu tun haben und heute machen es die Leute einfach aus den falschen Gründen.

So, jetzt hast du meine nächste Frage fast schon beantwortet. Ich wollte nämlich wissen, was du von der heutigen Musik und dem ganzen Zeug auf MTV hältst und wie du über die Bands wie The Darkness und Negative denkst, die so eine Art 80er Jahre Rock versuchen zu spielen.

Negative... mit denen hab wir vor Jahren mal an Sylvester in meiner Heimatstadt in Finnland gespielt. Die versuchen wie HANOI ROCKS auszusehen, aber ihr Album klingt mehr nach HIM. Ich wünsche ihnen viel Erfolg. Und die andere Band, die du genannt hast...?

The Darkness...

Ah, ja, The Darkness, die sind lustig und interessant. Die ziehen ihr eigenes Ding durch. Das ist cool, eine Band, die Gitarrenrock spielt. Ich weiß nicht, ob das jetzt 80er oder 90er oder 70er oder was auch immer ist. Für mich ist ne gute Rockband eine gute Rockband. Die sind eine echte Band, keine Maschine einer Plattenfirma, kein Produkt. Das war eine ziemlich erfrischende Band, richtig heilsam. Weißt du, was die zurzeit machen?

Nee, keine Ahnung...

[lacht] Also ich fand sie cool.

Und wie stehst du zu Hip-Hop und Pop? Hörst du so was?

Ja, die originalen Sachen. Ich liebe Grandmaster Flash und war ein Teil von „United against Apartheid“ damals 1985. Joey Ramone war dabei und Bruce Springsteen, Peter Gabriel, Run DMC und all diese originalen Rapper aus New York. Ich schätze das originale Zeug, aber heute ist Hip-Hop ziemlich kommerzialisiert, ähnlich dem Disco Ding in den 80ern.
Das Coole an Rap ist, dass fast jeder es machen konnte, es ist was von der Straße. Wie Punk. Man muss kein Virtuose sein, das ist das coole an Rap. Aber ich glaube trotzdem, dass die Leute mehr Melodien schätzen, man kann mit einem Drumbeat und Reden einfach nicht so viel machen. Musik ist Melodie, man kann mit echten Melodien viel mehr machen.
Und wenn du dir heute ihre Videos ansiehst, die sind fast ein Porno; Titten und Ärsche. Die versuchen durch Sex was zu verkaufen und das finde ich ziemlich niederschlagend. Im Fernsehen allgemein geht es nur noch um Sex und Gewalt, die Kids wachsen damit auf, sie sehen es die ganze Zeit. Ich kann mir keine Videos ansehen, in denen irgendwelche Typen ständig von irgendwelchen Bimbos umgeben sind und es ist auch ziemlich entwürdigend Frauen gegenüber. Zu viel Korruption und so was. Musikfernsehen könnte lehren wo Musik herkommt und Bands spielen, die keiner kennt. Die sind immer noch irgendwo da draußen und du könntest ihre Alben in den Läden finden, wenn du sie kennen würdest. Die ganzen MTV Shows spielen nur die letzten 6 Monate der Charts, Britney Spears und Janet Jackson und wer auch immer, das ist alles, was du siehst und dieses „Die besten Videos aller Zeiten“, da siehst du nur die letzten 6 Monate. Sorry, aber zu der Szene gehöre ich nicht. Mich würde es nicht stören, wenn im Fernsehen mehr Rockbands zu sehen wären.

Dann lass uns mal zu eurer Zukunft gehen. Können wir ein weiteres Hanoi Rocks Album erwarten?

Ja, absolut! Ich freue mich richtig darauf, wir fangen gerade an neue Songs zu schreiben und das ganze Zeug, bevor wir ins Studio gehen und dann werden wir, die Band des Jüngsten Gerichts, loslegen. Ich will mich auf das Album mehr als je zuvor konzentrieren.

Und wie steht es um deine Solokarriere?

Meine Solokarriere war nur ein Zusatz, ich habe keinen Grund etwas solo zu machen. Ich arbeite lieber zusammen mit Andy und den Jungs von HANOI. Das tue ich jetzt und plane kein Soloalbum. Ich denke, mit HANOI wird es ewig weitergehen und bin glücklich damit.

Hat sich dein Lebensstil gewandelt? Gibt es weniger Partys...?

[lacht]… Was bringt dich dazu zu denken, es gab mehr Partys?

Na ja, ich hab “The Dirt” von Mötley Crüe gelesen und da ging es oft um Partys.

Das Buch der Lügen… Ich meine, das meiste davon ist das Gegenteil von dem, worum es bei uns ging. Ich schätze, ich bin nicht der typische Leadsänger, sondern eine Ausnahme von dieser Rolle, es geht wirklich nicht um Partys und Drogen. Ich war nie so drauf, das hat nichts mit dem wirklichen Leben zu tun. Ich glaube, dass die Jungs einiges hinzugesponnen haben. Mir ist zu Ohren gekommen, dass erwähnt wird, dass ich mit ein paar Jungs bei einer Cheap Trick Show war, dabei hab ich Cheap Trick nie gesehen –Ich wünschte, ich hätte es, die gehören zu absoluten Lieblingsbands.
Es gibt darin einiges, was nicht den Tatsachen entspricht. Und irgendwas über Andy und einen Drogendealer, die Nikki Sixx mit einem Baseballschläger verprügeln. Das ist eine dreiste Lüge! Andy hat ihm das Leben gerettet. Nikki Sixx hatte eine Überdosis und Andy brachte ihn ins Krankenhaus und er wurde überhaupt nicht mit einem Baseballschläger oder Ähnlichem verprügelt. Vieles davon ist einfach nicht wahr. Ich empfinde diesen Typen gegenüber nichts, sie machen was sie wollen und ich kann nichts daran ändern. Ich habe nie so ein Leben geführt.
Und dann gab es diesen tragischen Unfall mit Razzle. Als Vince Neil erzählt, wie gut er mit Razzle befreundet war, meint er: „Ich werde nie seine weißen Turnschuhe und seinen finnischen Akzent vergessen können.“ Tja, nur war Razzle das einzige englische Mitglied der Band. Ich nehme an, das sagt alles.
Ich hab immer auf mich aufgepasst und wollte Musiker sein und nicht Chicks aufreißen. Der Schlagzeuger von Guns N Roses und Slashs Band, Matt Sorum, der ein netter Kerl ist, wurde im finnischen Fernsehen interviewt und der Interviewer fragt ihn, was ihn dazu gebracht hat Rock n Roll zu spielen und Musiker zu werden und er antwortet: „Ich hab Queens Roger Taylor aus einer Limousine kommen sehen, als er auf dem Weg ins Rainbow war, und links und rechts hatte er ein Mädel und ich dachte nur ‚Yeah, genau das will ich machen’“. Ich dachte nur „Oh mein Gott.“ Wir wollten einfach nur Musiker sein, Rock n Roll spielen, nicht das ganze andere Zeug. Ich will nicht die Nacht mit einer komplett fremden Person verbringen, die man nie wieder sieht. Und die ganze Groupiesache finde ich ziemlich krank. Wenn man es nötig hat, eine Nacht mit jemandem Berühmten zu verbringen um das Gefühl zu haben, das Leben sei lebenswert... Wenn du dann sagst, dass du nicht willst, fangen die an mit „Yeah, ihr seid Schwuchteln“ und wir dann „Jap, stimmt, wir sind ein Schwulenverein, also lasst uns bitte in Ruhe, vielen Dank!“ [lacht] Ich hab mein eigenes Leben.
Mötley Crüe und Nikki Sixx wollen verzweifelt wilde Rock n Rollstars sein und der springende Punkt ist, wenn du dich an Dinge wie „vor der Show hatten wir so und so viele Chicks und nach der Show hatten wir sogar noch mehr Chicks“ erinnern kannst, dann hast du sie einfach nicht erlebt. Wie jemand mal gesagt hat: „Wenn du dich an die 60er erinnern kannst, dann bist du nicht dabei gewesen.“
Ich kann nichts Cooles an Heroin und einer Überdosis und fast draufzugehen finden, das ist echt nicht nötig. Wir sind wir, 24 Stunden am Tag, das ist kein Image, wir ziehen keine anderen Klamotten an, wenn wir auf die Bühne gehen und wir ziehen keinen Jogginganzug an, wenn wir von der Bühne gehen. Wir laufen immer so rum und ich habe auch nicht genug davon, jeden Tag Make-up zu tragen. Auf der Bühne bin ich immer noch derselbe, ich verändere mich nicht.
In L.A. gibst du eine Millionen dafür aus, um auf Droge zu sein und dann gibst du ne weitere Millionen aus, um wieder davon runter zu kommen. Und das bedeutet, dass du zu viel Geld hast [lacht].
Anbetracht dessen bin ich ganz froh, in Finnland aufgewachsen zu sein. Ich wusste gar nichts von Drogen, bis ich 14 oder 15 war und heute ist es so, dass Dealer an Schulen rumlaufen, wo die Kids erst 6 oder 7 sind.
Ich bin also ziemlich froh darüber, in einer gesundheitsbewussten Umgebung aufgewachsen zu sein.

Rauchst du dann überhaupt?

Was, Zigaretten? Nein, das ist eine Lungenverschwendung. Normale Zigaretten, nein danke!

Sehr gut! Und schließlich noch etwas, das du den Lesern von Planetheavymetal.de und euren Fans sagen möchtest, bitte.

Danke für eure Unterstützung und kommt zu unseren nächsten Shows, ihr werdet nicht enttäuscht werden! Ich hoffe, wir werden bald bei euch touren! No compromises, no regrets! Und Liebe und Respekt!

Dann, danke für das Interview!

War mir eine Freude!

Schönen Abend noch!

Danke, dir auch! Bye

Bye

Nina

Von dieser Seite her noch vielen Dank an Nina, die sich die Zeit genommen hat, und Tequila von Metalstorm.de, der die Erlaubnis erteilt hat. Schaut auch mal da vorbei. Haben immer sehr interessante Artikel da.

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