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Sonstige Festivals: Onkelz Open Air - Loreley - 18.07.2003

Veröffentlicht am Freitag 25 Juli 2003 16:25:34 von madrebel
Dieser Artikel wurde von masterofpuppets mitgeteilt
phpnuke.gifDie Böhsen Onkelz gaben sich im Sommer 2003 auf einem von ihnen organisierten Festival die Ehre. Das Line-Up war zwar mit lediglich drei Vorbands etwas spartanisch, allerdings was die Qualität der Namen angeht (Biohazard, Pro-Pain, Sub7even) umso exklusiver.
Vor dem Festival stand jedoch eine in dieser Form nicht zu erwartende körperliche Ertüchtigung. Ungefähr 700 steile Stufen galt es zum Loreley-Plateau zu erklimmen. Ab der Hälfte der Strecke wurde der Aufstieg auch mit Musik untermalt. "Sub7even" begleiteten unseren Weg zum restlos ausverkauften Amphitheater. Nichts gegen den Alternative-Rock der Ex-Rager (auf CD eigentlich relativ genial), aber es gibt mit Sicherheit angenehmere Freizeitbeschäftigungen als bei unmenschlicher Hitze und mit dem Gedanken an erfrischende Kaltgetränke eine Treppenstufe nach der anderen hochzusteigen. Da konnten auch "Sub7even" nichts daran ändern.
Nach dem reinen Hörvergnügen folgte mit "Pro-Pain" auch die erste Show die es optisch zu begutachten galt. Obwohl nur als Trio anwesend (eine Gitarre fehlte) spielte die meiner Meinung nach beste Hatdcore-Formation präzise wie ein Uhrwerk. Da sass jedes Break, kein Einsatz wurde verpasst. Doch die Hitze steckte nicht nur mir in den Knochen, anders kann ich mir die Anlaufschwierigkeiten der New Yorker nicht erklären. Gary Meskil verzichtete grösstenteils auf Ansagen, was den Musikanteil des Auftritts erfreulicherweise erhöhte. Ab dem dritten Song des Sets („***** It“) war auch eine erste Resonanz aus dem Publikum zu verzeichnen. Diese steigerte sich von Song zu Song, angesichts von Brechern wie „Get Real“ eigentlich auch kein Wunder. Der Höhepunkt war dann auch zum Ausklang der Show erreicht. Mit Klassikern wie „Crush“, „Shine“, „Make War Not Love“ und „State Of Mind“ wurde ein Hit nach dem anderen abgefeuert, was für eine stetig wachsende Begeisterung sorgte. Das absolute Highlight war jedoch der Abschlusssong, das in nahezu fehlerfreiem deutsch vorgetragene Onkelz-Cover „Terpentin“. Erstmals waren in der Arena alle Hände zu sehn, und es wurde lauthals mitgegröhlt. Ein erster Fingerzeig auf das was noch kommen sollte.
Nun war es Zeit für die zweite NY-Hardcore-Combo am heutigen Tag. "Biohazard" gaben sich publikumsnah, Gitarrist Billy verschwand bereits beim Opener „Shades Of Grey“ im Fotograben. Das Zusammenspiel war ausserordentlich tight, in diesem Punkt stand man den Kollegen von "Pro-Pain" in nichts nach. Auch was Druck, Spielfreude und Agilität anging gab es an Evan Seinfeld & Co. Nichts auszusetzen. Die bewegungsfreudige Gitarrenfront überzeugte durch permanente Positionswechsel. Nur die durch Mikro und Drumkit in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkten Danny Schuler und Evan Seinfeld waren nicht ganz so agil. Die Fans nahmen die Band auch sehr gut auf. Die eigentlich als kritisch geltenden Onkelz-Supporter waren generell an diesem Tag nicht vorhanden. Jede Band erhielt mehr als „nur“ Höflichkeitsapplaus. Spätestens ab dem vierten Song „Tales From The Hard Side“ war der Reiz des eher hölzeren Bio-Sounds in meinen Ohren erloschen. Allerdings muss der Fairness halber gesagt werden, dass mit „The Wrong Side Of The Track“ und vor allem „Punishment“ gegen Ende des Sets noch zwei absolute Highlights zum besten gegeben wurden.
Die Abenddämmerung setzte ein und alles und jeder wartete nur auf eins: Die Onkelz. Man kann über die Band denken wie man will, aber was sich auf deren Konzerten abspielt ist schwer in Worte zu fassen. Vom ersten Akkord an geht jeder, aber wirklich jeder Anwesende aus sich heraus wie ich es bei keiner zweiten Band gesehen habe. Das Publikum, das sich streng genommen aus verschiedenen Subkulturen, (Metaller, Normalo-Rocker, Punks, (linke) Skins, Rapper) rekrutiert verschmiltzt zu einer Einheit, und gröhlt Zeile für Zeile jeden Song mit. Moshpits waren allerdings weniger auszumachen als gewöhnlich, was auch an der Stufenkonstruktion des Amphitheater gelegen haben kann.
Die Light-Show war wie immer exquisit, auf der im Vergleich zur Hallen-Tour winzigen Loreley-Bühne fand sich sogar Platz für Video-Leinwände auf denen u.a. „Keine Amnestie für MTV“ eine weitere optische Untermalung der Songs stattfand. Die Setlist bot ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Vom stürmisch geforderten „Mexico“ (leicht „genervte“ Randbemerkung von Stephan Weidner: „Jaja, das kommt noch“) bei dem Gitarrist Gonzo stilecht mit Sombrero über die Bühne fegte, über Klassiker wie „ Nichts ist für die Ewigkeit“, „Auf gute Freunde“ oder „Gehasst Verdammt Vergöttert“ bis zu Überraschungen wie „Das Geheimnis meiner Kraft“ oder „Nur wenn ich besoffen bin“. Letzteres wurde mit Hilfe von Tontechniker Michael Mainx an der zweiten (akustischen) Gitarre intoniert. In punkto Spielzeit gab es ebenfalls nichts zu bemängeln. Ich kenne jedenfalls kaum eine Band die über zweieinhalb Stunden auf der Bühne steht um ihren Fans das zu geben was sie hören wollen. Vom Opener „Hier sind die Onkelz“ über Highlights wie „Finde die Wahrheit“ bei dem die ganze Arena nur aus Händen zu bestehen schien, bis zur finalen Zugabe „Erinnerung“ ein perfektes Konzert.

Setlist Böhse Onkelz:

Hier sind die Onkelz
Narben
Dunkler Ort
Onkelz 2000
Finde die Wahrheit
Schutzgeist der Scheisse
Nichts ist so hart wie das Leben
Nichts ist für die Ewigkeit
Terpentin
Ich bin in Dir (Rock-Version)
Koma
Gehasst Verdammt Vergöttert
Nummer 1
Ein langer Weg
So sind wir
Wieder mal nen Tag verschenkt
Die Firma
Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt
Danke für nichts
Der Platz neben mir I + II
Das Geheimnis meiner Kraft
Auf gute Freunde
Wir ham noch lange nicht genug
Zugaben:
Keine Amnestie für MTV
Mexico
Kirche
Nur wenn ich besoffen bin
Erinnerung

Leider konnte ich nur am ersten der beiden Tage anwesend sein, vom zweiten Tag wurde mir von Spionen berichtet dass Stephan Weidner "Pro-Pain" bei der Cover-Version von „Terpentin" unterstützte, "Sub7even" ebenfalls eine gute Show hinlegten, und dass die Onkelz die exakt gleiche Setlist wie am ersten Abend spielten. Für die Fans die beide Konzerte besuchten sicherlich ein kleines Ärgernis.
Ansonsten gab es organisatorisch wenig zu bemängeln. Die Preise für Essen und Trinken gingen in Ordnung, an der Qualität der Nahrung war ebenfalls nichts auszusetzen. Auch die Security erledigte ihren Job am Einlass überaus freundlich. Alles in allem ein hervorragendes Festival.

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