Artikel Bewertung

Punkte im Schnitt: 0
Stimmen: 0

Bewerten Sie doch diesen Artikel:

star_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png


Suche

Ihre Suchbegriffe:
Verknüpfung der Suchbegriffe:

Zur Meinung von Amazon

Sonstige Festivals: Rock Hard Festival 2012

Bisher keine Wertungen

Veröffentlicht am Freitag 29 Juni 2012 22:09:22 von madrebel
phpnuke.gif

Rock_HardFestival_2012_Flyer.jpg


Rock Hard Festival 2012
Es ist wieder Pfingsten. Wieder einmal lassen es sich mehr als 7.000 Metalfans nicht nehmen, bei bestem Open Air Wetter zur mittlerweile 10. Auflage des Rock Hard Festivals im Herzen des Ruhrpotts anzureisen. Das Billing besteht erneut aus reichlich xxx Bands, so dass wohl für jeden etwas dabei gewesen sein dürfte.


Freitag, 25. Mai 2012
Der erste Festivaltag wird von Deathfist eröffnet, die mittlerweile im regionalen Underground eine feste Größe sind. Mit einem wie immer hochgradig sympathischen Auftritt präsentieren sich die Old School Thrasher um Frontröhre Corinna. Die ganze Band hatte sichtlich Spass am Auftritt und schaffet es mühelos, den ersten Wackeren, die sich vor der Bühne und auf den Rängen schon versammelt hatten, einzuheizen.
 

Einen Kontrast dazu bilden die Doomster von Jex Thoth um deren charismatische Frontfrau Jessica Thoth. Ihr Auftreten erinnert eindrucksvoll an eine Priesterin bei einer schwarzen Messe – und erzeugt bei so manchem trotz grellen Sonnenscheins eine Gänsehaut. (Der Autor ist in Love mit ihr – Anm. d. Red.)


Es folgen die Schweden RAM mit ihrem traditionellen Heavy Metal. Für den einen klingen sie etwas langatmig, andere fühlen sich animiert zum Mitwippen und Mitschnippen. Sie liefern auf jeden Fall einen grundsoliden Auftritt ab.


Die brasilianischen Kult-Deather Krisiun heizen dem geneigten Publikum von Beginn an ein. Mit ihrem traditionellen Death Metal schaffen sie es mühelos, mehrere Moshpits zu kreieren; die Energie ist bis auf die Stufen hinauf zu spüren und bringt so manche Matte zum Schwingen. Routine ja, aber dadurch nicht Langeweile, sondern im Gegenteil, Basis für tolle Performance.


Und endlich kommt es zum langersehnten Highlight des Tages: Kvelertak aus Finnland. Sie gelten als eine der angesagtesten Bands der Szene überhaupt und enttäuschen mit ihrem Auftritt zu keine Sekunde. Selbst die größten Kritiker müssen nun verstummen und die Live- und Spielqualitäten dieser Jungs anerkennen – zumindest, wenn sie sich im Stehbereich vor der Bühne aufhalten. Denn leider stellt sich heraus, dass die herausragende Stärke dieser Band im Bespielen kleiner bis mittelgroßer Clubs anzusiedeln ist. Die Leute auf den Stufen des Gelsenkirchener Amphitheaters kommen kaum aus dem Quark. Schade. Nichtsdestotrotz: aus unserer Sicht ein intensiver und energetischer Gig, Vollgas von der ersten bis zur letzten Note.
 

Die Punkrocker von Turbonegro aus Finnland bilden den nicht ganz unumstrittenen Headliner des ersten Festivaltages. Und viele Turbojünger warten gespannt auf eine Deutschlandpremiere und den Auftritt des seit 2011 neuen Sängers Tony Sylvester. Wir spannen euch auch nicht lange auf die Folter: er macht es großartig und würdevoll! Er erscheint stilecht mit Knickerbocker, kniehohen Stiefeln, grauer (Anzug-)Weste und Melone nebst passender Gesichtsbemalung auf der Bühne (Klar, wo auch sonst? Anm. d. Red.). Tony ist ein eigenständiger Charakter und macht auch nicht den Fehler, seinen umjubelten Vorgänger Hank van Helvete nachzuahmen. Seine raue und dreckige Stimme bildet die Grundlage für seinen Gesangsstil, der sich vom Gewohnten stark unterscheidet, sich aber auch in die älteren Songs perfekt einfügt. Die Band präsentiert sich als harmonische Einheit und besticht durch ihre ausgesprochene Spielfreude und energetische Performance. Im Publikum geht von der ersten Sekunde an die Post ab. Einziger Wermutstropfen ist die mit 70 Minuten doch recht knapp bemessene Spielzeit, Viertel vor Elf ist der ganze Spuk leider schon vorbei. Die Leute vor der Bühne, im Pit und auf den Rängen scheinen aber trotzdem glücklich und zufrieden, ihre Götter (wieder einmal) live gesehen und zelebriert zu haben.


Samstag 26.Mai 2012
Der Samstag beginnt dann recht früh mit den schwedischen Retrothrashern Dr. Living Dead. Stilecht mit Baseballcap, Baseballhemd und einer Menge Energie in den Pobacken präsentiert sich die Truppe und bringt schon die ersten Headbanger dazu, ihr Haupthaar in Schwingung zu versetzen. Zugegeben, originell sind die Jungs nicht und die Reminiszenzen  an Bands wie Suicidal Tendencies und Anthrax hört man in einer vehementen Konstanz. Andererseits sind das auch nicht die schlechtesten Vorbilder.  Alles in allem ein ordentlicher Opener, der durchaus Laune macht.


Nun aber wird es so richtig heiß. Motorjesus betreten die Bühne und von Anfang merkt hier jeder, dass die Jungs nicht nur stolz wie Oskar sind, hier zu spielen, sondern auch so richtig Bock haben die Hütte zu rocken. Viele Festivalbesucher haben die Band schon länger gefordert und sollten heute nicht enttäuscht werden. Denn von Anfang an zeigt der niederrheinische Fünfer was in ihm steckt. Einfach nur Rock´n´Roll pur und das gepaart mit richtig guter Laune. Das die Jungs dazu noch Freibier aus Dosen und diverse Hörnerwhisky an das Publikum verteilen, zeigt hier, dass die Truppe hier einfach nur eine geile Party feiern will, was ihnen vollends gelingt.  Ein echtes Highlight für diese frühe Uhrzeit, welcher gerne wiederkommen darf.


Nun folgt allerdings erst einmal eine längere Pause, deren Zeit mit der Aufnahme diverser Gerstenkaltschalen, nebst Treffen einiger Freunde gefüllt wurde.


Unleashed, die alten Schwedentodveteranen betreten nun die Bühne und nimmt die Fans mit auf eine kurze, aber recht intensive Reise durch die Songgeschichte der Band, die sich in diversen Highlights, wie beispielsweise „To Asgard we fly“ niederschlägt. Eines ist sicher. Johnny Hedlund und seine Jungs kapitulieren niemals, da sind sich Band und Publikum beim gleichnamigen Song einig.


Dreißig Jahre Tankard, dreißig Jahre Erfolglosigkeit, dreißig Jahre Kult. So präsentieren sich die Bembelthrasher um Rampensau  Gerre, der scheinbar sein Weight Watchers Programm leicht hat schleifen lassen. Und die Truppe kommt einfach nur gut an. Denn mit Hits ist der Frankfurter Vierer reichhaltig gesegnet und sowohl alte Klassiker, als auch neue Songs wechseln sich ab, wovon „A Girl called  Cerveca“ mit einer Tanzeinlage einer netten leicht bekleideten jungen Dame untermalt wird und sich bei „Kings of Beer“ der ehemalige Frontmann von Doppelbock mit seiner imposanten Figur auf einen Thron aus Bierkisten präsentiert. Ein netter Gag übrigens.  Ein sehr unterhaltsamer und feuchtfröhlicher Auftritt.


Psychotic Waltz sind nicht gerade eine Partyband und auch nicht unbedingt dafür bekannt, fette Partystimmung zu generieren. Das muss die Band aber auch nicht, denn auch progressive Klänge können durchaus Spaß machen und manchmal ist es gar nicht so schlecht, einfach mal nur zuzuhören. Und diese Chance bietet diese Band hier und spielt hier einen kurzen und angenehmen Gig, der durchaus überzeugen kann.


Im krassen Gegensatz dazu steht Bolt Thrower. Die sind mittlerweile zum zweiten Mal hier Headliner und sorgen dafür, dass das Amphitheater von vorne bis hinten gefüllt ist. Und von Anfang nimmt der alte Todesbleipanzer keinerlei Gefangene. Gnadenlos bewegt sich die britische Kriegsmaschinerie durch einen neunzigminütigen Gig, der die meisten vollkommen begeistert, allerdings so manchen auch etwas langweilt. Nun, für filigranes auftreten und Abwechslungsreichtum ist Bolt Thrower nicht gerade bekannt, aber das wollen sie auch gar nicht. Hier wird einfach alles gnadenlos niedergewalzt und das ohne Gnade. Ein wirklich eindrucksvoller Auftritt und eines Headliners würdig

.
Sonntag. 27.Mai 2012-09-05


Die ersten Bands schenken wir uns heute und wir widmeten uns lieber einem ausgiebigen Frühstück, so dass wir erst kurz vor 14h das Festivalgelände betraten.


Gerade richtig um „High Spirits“ zu sehen, die alle komplett in Weiß waren und zugleich ihren ersten Gig in Deutschland spielen. Die Nervosität ist der Band durchaus anzumerken, allerdings macht man es durch einen richtig guten Auftritt wieder wett. Denn der klassische Heavy Metal macht definitiv Spaß.


Graveyard sind danach mit ihrem Mix aus Doom, klassischem 70´s Rock und Stonerrock die perfekte Band für den mittleren Nachmittag. Ausgesprochen chillig und relaxed präsentiert sich der Vierer und sorgt für wirklich gute Laune. Dazu bietet die Band eine echt positive Aura und ist wohl das erste Highlight des Tages. Tolle Band.


Das „Magnum“ seit nunmehr vierzig Jahren auf der Bühne stehen, merkt man gar nicht. Denn die alten Herren um Bob Catley präsentieren sich hier mit ihrem klassischen Hardrock so, als würde  es sie  erst seit gestern geben. Und das wird hier von vielen Fans sehr honoriert. Insbesondere die älteren Besucher feiern die Briten nach allen Regeln der Kunst ab und auch die jüngeren lassen sich hier begeistern. Ganz ehrlich, wer nach so langer Zeit immer noch so frisch rockt, ist einfach nur cool. Ein richtig tolles Konzert.


Unisonic verpassen wir leider, da wir uns mit mehreren guten Freunden festquatschen, aber Augen und Ohrenzeugen soll der Auftritt ganz gut gewesen sein.


Drei Tage und einundzwanzig Bands liegen nun hinter uns. Aber ganz vorbei ist es nicht. Denn jetzt sollten sie kommen. W.A.S.P., die 80er Metallegende, die einen Haufen klasse Songs und Alben veröffentlicht hat. Viele Besucher hatten sich auf die Band gefreut und was soll man sagen? Ganz gerechtfertigt ist die Freude nicht. Zwar hat Blackie Lawless eine tolle Band am Start, eine gute Setlist dazu, allerdings auch ein ganz massives Egoproblem. Denn wie sonst lässt es sich erklären, dass er den Festivalveranstalter wie einen kleinen Schuljungen von der Bühne verweist und den Gewinner des Gitarrenwettbewerbs quasi zwischen Tür und Angel die Gitarre in die Hand drückt , ihn nicht einmal eines Blickes würdigt und ihn mit einer unerträglichen von oben herablassenden Arroganz behandelt? Äußerst schade, denn das hat er eigentlich nicht nötig. Und so wirft das ganze Verhalten von ihm, einen tiefen dunkeln Schatten, über einen ansonsten soliden Auftritt.Da hätte er sich respektvoller verhalten müssen.
Das trübt dennoch nicht die Partystimmung und nach der letzten Band feiern zahlreiche Besucher noch an den Biertheken, auf dem Zeltplatz oder auch im Partyzelt das Ende eines wieder mal sehr gelungenen und fanfreundlichen Festivals.


Fazit: Ein alles in allem top organsiertes Festival, welches zu Recht eines der Jahreshighlights der Szene darstellt. Bis zum nächsten Jahr.

 

 


 


Kommentare zu diesem Artikel
Zur Zeit sind noch keine Kommentare vorhanden, Sie können der Erste sein.
Schreibe jetzt einen weiteren Kommentar!